Demenz – der Geist geht, aber das Herz bleibt
… denn das Herz wird nicht dement
Das bin ich und meine Perspektive
Demenz steht für mich für Verlangsamung, Veränderung, Verlust und Vertrauen – Vertrauen im Sinne eines Sich-Anvertrauens.
Wir dürfen das Leben mit Demenz als eine mögliche Lebensform verstehen und es als eine von vielen Lebensrealitäten im Alter betrachten.
Demenz fordert, sie fordert heraus, sie fordert auf – sie fordert von Angehörigen von Menschen mit Demenz und uns Wegbegleiter*innen Antworten und Taten.
Worauf warten wir also? Gestalten wir das Leben, das wir haben. Begleiten wir den Prozess, lassen wir unsere Herzen sprechen und Taten folgen.
Mit einer Demenzerkrankung verändern sich betroffene Menschen. Gleichzeitig wandelt sich auch vieles im bisher gelebten Miteinander: Beziehungen, Rollen und Verantwortlichkeiten.
Wie können wir diesen Wandel mit der so wichtigen Leichtigkeit (mit-)gehen?
Wie können wir präsent und mit vollem Herzen da sein?
Gemeinsam können wir den Veränderungen und dem Wandel Raum geben. Wir können ihre Botschaften und ihren Wert erkennen, den Schatz erspüren und uns einfühlen, was dieser Wandel mit uns macht. Dabei dürfen wir uns fragen, was es braucht, um weiterhin gemeinsam wandelbar und wunderbar durchs Leben zu gehen.
Wie können wir auf diesem Weg liebevoll in Verbindung bleiben, mit uns selbst und dem Menschen mit Demenz?
Das bin ich und mein Wirken
Ich begleite Angehörige und Familien von Menschen mit Demenz. Gemeinsam betrachten und erforschen wir, was die Demenz mit bestehenden Beziehungen, Rollen und Verantwortlichkeiten macht – und wo es Verständnis, Veränderung, Entlastung und neue Verbindung braucht.
In meiner Begleitung geht es darum, die individuelle Situation zu verstehen, Angehörige zu entlasten, Selbstfürsorge zu stärken und neue Handlungsmöglichkeiten für Verbindung und Beziehungsgestaltung zu entwickeln. Auch (auf-)forderndes Verhalten darf dabei, als Ausdruck eines Bedürfnisses, betrachtet und gemeinsam entschlüsselt werden.
Zuallererst biete ich Raum – Raum für all das, was da ist, was wahrgenommen, gespürt, anerkannt werden will. Ich biete Einfühlung genauso wie fachliche Expertise. Im weiteren Verlauf entwickeln wir Perspektiven und Orientierung für alltagstaugliche, liebevoll kreative Lösungswege. In diesem Prozess lassen wir uns von dem leiten, was Nervensystem und Körper uns zeigen. Wir öffnen sensibel den Zugang zu diesem Erfahrungsraum und nähern uns von dort aus den eigenen Bedürfnissen – Bedürfnissen, die in der Begleitung eines Menschen mit Demenz so schnell in den Hintergrund geraten können, aber in Wahrheit die essenzielle Basis für ehrliche Verbindung und gelingende Begleitung sind.
Ich bin zutiefst überzeugt: Nur wenn wir selbst sicher, gut versorgt und satt mit uns verbunden sind, können wir andere Menschen sensibel und einfühlsam begleiten. Aus meiner Sicht geht es um Balance – um die Balance zwischen innen und außen, zwischen eigenen und fremdem Bedürfnissen, zwischen meiner Welt und deiner Welt. Ein stetiges Pendeln im Alltag, ein Balanceakt, immer und immer wieder.
Aus all dem entsteht ein Raum, in dem wir gemeinsam innehalten, wahrnehmen und verstehen können, was gerade ist und aus dem heraus neue Orientierung, Verbindung und stimmige nächste Schritte entstehen dürfen.
Das bin ich und mein Sein
Ich bin feinfühlige Seele, die mit einer stimmigen Mischung aus fachlicher Expertise, langjähriger Praxiserfahrung und reichhaltiger persönlicher Lebenserfahrung ihren Weg geht. Sensibler Tiefgang und sprudelnde Kreativität verbinden sich in mir zu einer bunten Vielfalt, die in meine Beratungen und Begleitungen einfließen. Mit Herzenslust setze ich mich dafür ein, dass das Leben mit Demenz wieder leichter wird.
Ich bin Beziehungsmensch durch und durch. Ich lebe in Beziehungen, liebe und lerne durch sie – in der Beziehung zu mir selbst ebenso wie in Verbindung zu meinen Mitmenschen. Dabei lerne ich nie aus, bin neugierig und immer im Prozess. Ich habe ein großes Herz für vieles und Unterschiedliches.
Mit meinem Berufsstart vor mittlerweile fast 20 Jahren habe ich den Teil in meinem Herzen entdeckt, der für Menschen mit Demenz und ihre Familien schlägt. Seitdem begleitet mich dieses Thema. Immer wieder begegnen mir Menschen mit Demenzerfahrungen und jede ihrer persönlichen Geschichten berührt mich, jede anders und immer wieder neu.
Echte Begegnungen brauchen ein offenes Herz, tiefes Interesse, Neugier und Lust auf Neues und Unbekanntes. Sie brauchen den Mut, sich auf das Wagnis einzulassen, sich für einen Moment ohne Orientierung und vielleicht auch fremd gegenüberzustehen – und sich dann vertrauensvoll einzulassen und einzufühlen. In diesem „Sich-Sehen und Begegnen“ kann dann neue Verbindung entstehen. Mit dieser intuitiven Haltung gelingt es mir, eine geteilte, gemeinsame Basis zu erschaffen. Von dort aus können wir zusammen Lösungen und Leichtigkeit entdecken und neu kreieren.
Meine multikulturelle Herkunft und meine Rolle als älteste von fünf Geschwistern haben mich tief geprägt, so auch die intensive und mutige Auseinandersetzung mit meinen eigenen Lebensthemen und Herausforderungen. Auf unterschiedlichen Wegen – von klassischer Therapie und Coaching über energetische Aufstellungsarbeit bis hin zu Körper- und Nervensystemarbeit – durfte ich mich selbst immer besser kennen lernen.
Auf meinem eigenen Weg habe ich mich immer wieder neu orientiert, reflektiert und mein persönliches Warum neu ausgerichtet. Vielleicht gelingt es mir gerade deshalb mit Leichtigkeit Angehörigen von Menschen mit Demenz im Prozess der Orientierungssuche, zu neuen Perspektiven und Wegen authentisch und kreativ zu begleiten.
All diese wertvollen Erfahrungen bereichern mich und mein Wirken für Familien mit Demenz. Sie lassen mich stetig weiter wachsen.
Das bin ich – dafür stehe ich.
Das bin ich und meine Vision
Ich liebe Menschen und ihre persönlichen Geschichten. Mich berühren ihr Leben und ihre individuellen Wege – und die Frage, wie sie zu der Version ihrer selbst geworden sind, die mir Hier und Heute begegnet. Mich faszinieren Dynamiken in Familien, zwischen Generationen und in persönlichen Veränderungsprozessen. Die Diagnose Demenz verstehe ich als eine Veränderung, die alle Familienmitglieder betrifft und fordert, auffordert.
Mein Herz schlägt dafür, auch die Chance zu sehen, die in dieser Veränderung liegen können: ihren Wert zu erkennen und den Schatz zu entdecken, den sie mit sich bringen kann. Diese Perspektive möchte ich in möglichst viele Familien tragen.
Meine Vision ist es, Demenz als Chance und Schatz erleben zu können.
Was kann sie uns geben und mitgeben?
Was kann sie uns neu öffnen oder aufbrechen?
Die Diagnose und die damit verbundenen Veränderungen führen uns zurück zu wichtigen Fragen:
Was ist uns wirklich wichtig – im Leben, im Miteinander und in unseren Beziehungen?
Wie wollen wir Veränderungen, Herausforderungen, Neuem und Unbekanntem begegnen?
Wie wollen wir die Demenz (an-)nehmen – im Kampf, oder mit offenem Herzen?
Demenz – der Geist geht, aber das Herz bleibt
… denn das Herz wird nicht dement
MONSERRAT SERRANO BERMEJO
GeriCoach | NESC NeuroEmbodiment Coach | Sozialarbeiterin | Ergotherapeutin